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Vor über 25 Jahren habe ich mich durch meine damalige Drogensucht mit dem HCV infiziert. Ach, und vor allen Dingen, was ist Hepatitis…Hallo? Irgendeine unangenehme Leberkrankheit…!? O.K. geht auch vorüber – oder? Mehr wusste ich nicht darüber und wollte ich auch nicht wissen!
Meine Drogensucht bekam ich durch einen Ortswechsel -Abbruch der ganzen Freundschaften, die alle durchweg mit Drogen zu tun hatten - sowie Unterstützung meines damaligen Partners und Hilfe eines entsprechenden Arztes nach langem Kampf in den Griff.
Die Partnerschaft ging kurz nach meinem Ausstieg aus der Drogenwelt in die Brüche. Kurze Zeit später lernte ich den Vater meines Kindes kennen - lieber Gott, ich danke Dir so sehr, dass mein Sohn gesund ist! Über Jahre hinweg hatte ich stark schwankende Leberwerte, die laut Aussagen meiner immer wechselten Ärzte, anscheinend nicht richtig zu erklären waren. Außerdem wollte ich es nicht wahrhaben, dass tatsächlich noch immer ein Kampf in meinem Körper stattfindet. Einmal teilte mir ein Arzt so nebenbei in einem Telefonat mit, wenn es mit diesen Leberwerten so weiterginge, gäbe er mir noch ca. 10 Jahre zu leben – danke schön, dass ich noch lebe – das Telefonat war vor über 20 Jahren – diese Aussage werde ich wohl nie vergessen! Ich legte auf und beschloss, erneut den Arzt zu wechseln. Vor ca. 9 Jahren hieß es nach einer erneuten Blutuntersuchung, ich habe eine chronische Hepatitis C und es sei wohl schon immer eine C gewesen und keine B. Für mich brach die Welt zusammen, mein Sohn war grad ein Jahr alt, ich will ihn doch aufwachsen sehen. Alles was ich damals über den HCV wusste, es könne tödlich enden. Meine Leberwerte waren dann ca. 6 Jahre lang ziemlich konstant und lagen sehr lange im Grenzbereich. Meine neue Ärztin fand dies nicht bedrohlich und meinte wohl, ich könne damit auch alt werden. Mit Alkohol und Medikamenten müsste ich halt vorsichtiger umgehen, als ein gesunder Mensch. Ich wurde auch nie auf irgendeine Art einer Therapie aufmerksam gemacht, bzw. habe mich auch selber nie weiter interessiert. Auch war ich immer nach den Blutuntersuchungen sehr erleichtert, wenn es hieß, die Leberwerte seien o. k, sie liegen im Grenzbereich und somit ging ich meiner Wege! Ja, in Sachen Verdrängung war ich klasse. Schleichend aber über Jahre hinweg, wurde ich immer schlapper und unkonzentrierter. Bücher lesen, dessen Inhalt zu merken, war beschwerlich! Sport konnte ich kaum noch richtig ausüben, da mir die Kondition zunehmend fehlte. Und wo war auf einmal meine Lebenslust? Mein damaliger Mann, der Vater meines Sohnes, meinte nur dazu, ich solle mir doch keine Gedanken darüber machen. Ich sehe doch auch nicht krank aus! Hm…! Ja, ich verdrängte jahrelang meine Krankheit, meine Vergangenheit. Ich verkroch mich in ein verkorkstes Schneckenhaus! Nach knapp 20 Jahren Partnerschaft mit dem Vater meines Sohnes trennten sich unsere Wege und ich lernte meinen jetzigen Partner Markus kennen. Markus Freund, ein Arzt (Allgemeinmedizin), therapierte erfolgreich seinen Stiefsohn gegen den HCV. So wurde ich überhaupt zum ersten Mal auf eine Therapie aufmerksam. Nach einem Gespräch mit dem Arzt entschied ich mich auch sehr schnell, nun endlich den Virus zu bekämpfen. Ich bekam eine Überweisung zum Internisten und vereinbarte gleich einen Termin. Nach einer erneuten Blutuntersuchung wurde der Genotyp 3 bestimmt sowie die Virenanzahl in Höhe von knapp über 500.000. Meine Leberwerte lagen leicht über dem Grenzwert! Die Nebenwirkungen wurden noch angesprochen und dann gleich ein Termin für den Beginn der Therapie vereinbart! Das ging dann alles auf einmal so rasend schnell…! Das was ich so lange verdrängt habe, konnte therapiert werden…ich habe die Möglichkeit gesund zu werden. Im Internet fand ich dann auch die Seite Hepatitis C und in die dazugehörende Mailingliste, die wirklich goldwert ist. Meine Therapie begann im März und endete im August d. J.! Gott, ich hatte eine Wahnsinns Angst vor diesen Nebenwirkungen – diese Packungsbeilagenzettel sollte man besser nicht lesen - 24 Wochen lang jeden Tag diese Medikamente mit solch da stehenden evtl. auftretenden Nebenwirkungen? Nach meiner ersten Spritze, auf der Heimfahrt vom Arzt, nahm ich zur Vorsorge –nach Anraten meines Arztes - gleich zwei Paracetamol! Abends ging ich ohne Nebenwirkungen ins Bett, wachte auch so am morgen wieder auf und dachte mir, na super! So ging es tagelang gut. Ich meine, es waren knapp zwei Wochen, wo es so einigermaßen gut lief und ich nur leichte grippeähnliche Anzeichen und Stimmungsschwankungen hatte, die aber nicht so erheblich waren. Gegen Mitte April bekam ich Hautprobleme und musste auch einen Hautarzt aufsuchen. Die verschriebene Salbe half allerdings nicht sehr viel und ich wandte mich zum ersten Mal Hilfe suchend an die Mailingliste. Da bekam ich unter anderem den Tipp mit der Heilerde, die mir nach längerer Zeit auch sehr geholfen hat. Die komischen Pusteln verschwanden und das Hautjucken wurde immer weniger. In der Zwischenzeit war ich virenfrei – ein sehr großer Auftrieb für mich. Depressionen - Vergangenheitsbewältigung, Übelkeit, zeitweise extremer Schwindel, Kopf- und Gliederschmerzen, entzündete Mundschleimhaut, Atemprobleme, Schlaflosigkeit, Haarausfall waren dann abwechselnd meine Begleiter bis zum Ende der Therapie. Ich war nicht mehr in der Lage länger zu laufen, geschweige denn Treppen am Stück zu gehen und musste sehr oft zwischen drin anhalten. Irgendwann hatte ich den Gedanken an einer Gehhilfe verloren. An selbständiges Autofahren war überhaupt nicht mehr zu denken – Unfallgefahr drohte, meine armen Mitmenschen dachte ich. Die heißen Sommermonate waren der Horror – ich schmorte so durch die Hölle. Die immer wieder entzündete Mundschleimhaut machte mir extrem zu schaffen, grins, in der Mailingliste bekam ich zu lesen: wenn mir die Zähne dann ausgefallen sind, tut es nicht mehr so weh – ich musste so lachen. Was ein toller Tipp war: Bepanthen-Lösung, die hatte mir sehr geholfen! Jedes kleinste Geräusch war der Alptraum in meinen Ohren. Ja, in dieser Zeit war ich tatsächlich in der Lage, Flöhe pupsen zu hören. Gott, wie oft wollte ich die Ribas im Klo runterspülen! In der Zwischenzeit war ich auch an einem Brunnen Jedes kleinste Geräusch war der Alptraum in meinen Ohren. Ja, in dieser Zeit war ich tatsächlich in der Lage, Flöhe pupsen zu hören. Gott, wie oft wollte ich die Ribas im Klo runterspülen! In der Zwischenzeit war ich auch an einem Brunnen angeschlossen, da ich 5-6 Liter Wasser täglich zu mir nahm, was auch sehr gut war. Jeden Tag las ich in der Mailingliste! Ich war und bin es immer noch, eine eher stille Mitleserin der Mailingliste. Wenn ich absolut nicht mehr konnte und um Tipps bat, bekam ich immer wertvolle Ratschläge und liebe Seelen-Trostpflästerchen
Laufe nicht der Vergangenheit nach…
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