Diagnose der Hepatitis C

Eine Hepatitis-C-Infektion wird oft zufällig bei einer Routine-Blutuntersuchung anhand von auffälligen Laborwerten oder im Rahmen der Behandlung einer anderen Krankheit festgestellt, da die Symptome meistens sehr charakteristisch sind.

 

Testverfahren

Um den Verdacht auf Hepatitis C zu begründen werden mehrere Testverfahren durchlaufen. Erst wenn diese Ergebnisse gesichert sind, kann über eine Therapie und Länge der Therapie entschieden werden.

 

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Antikörper

Der nächste Schritt ist deshalb der Nachweis von spezifischen Antikörpern (AK) gegen das Hepatitis-C-Virus (HCV).

Mit Hilfe eines so genannten ELISA-Tests (Enzyme Linked Immunosorbent Assay) können spezifische Antikörper gegen das Hepatitis-C-Virus (HCV-AK) etwa 3 Monate nach der Infektion nachgewiesen werden. Da die Antikörper aber über Jahre bis jahrzehntelang im Körper bleiben, auch wenn die Hepatitis C schon überwunden ist, lässt ihr Nachweis keine Rückschlüsse auf die Aktivität der Erkrankung zu. Fällt daher der ELISA-Test positiv aus, d. h. wurden Antikörper gegen das Hepatitis-C-Virus gefunden, muss die Diagnose zusätzlich mit einem so genannten PCR-Test (Polymerase Chain Reaction) bestätigt werden.

 

Hepatitis-C-RNA (HCV-RNA)

Der PCR-Test ermöglicht den direkten Nachweis des Hepatitis-C-Virus, bzw. Abschnitte seiner Ribonucleicacid (RNA) im Blut. Im Deutschen wird auch die Bezeichnung Ribonukleinsäure (RNS) verwendet.

Die RNS (Ribonukleinsäure) gehört mit der DNS [Desoxyribonukleinsäure] zu den Trägern des genetischen Codes (Erbsubstanz) im Körper. Sie enthält die vollständige Erbinformation, die für den Aufbau und den Erhalt von Leben notwendig ist. Da jeder Organismus eine charakteristische Struktur der RNS besitzt, wird die Analyse der RNS bzw. kleiner RNS-Abschnitte zur Identifizierung von Organismen wie z. B. des Hepatitis-C-Virus herangezogen. Mit Hilfe des PCR-Tests können bestimmte RNS-Sequenzen des Hepatitis-C-Virus im Blut nachgewiesen werden, und somit ist eine eindeutige Diagnose gewährleistet.

 

Qualitative und quantitative Testverfahren

Das qualitative Testverfahren der HCV-RNA im Serum mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) sagt aus, ob nachweislich eine Hepatitis C vorliegt.

Dieser Test sagt nicht aus, in welcher Menge das Virus vorliegt, noch welcher Genotyp des Virus vorliegt, er kann lediglich als Bestätigungstest angesehen werden.

Bei immunsupprimierten Patienten (Personen die evtl. keine Antikörper bei Hepatitis C bilden) können nur mit Hilfe eines qualitativen Tests als gesund oder infiziert eingestuft werden.

Im Gegensatz zum qualitativen Testverfahren bestimmt das quantitative Testverfahren die Virenlast (Virenmenge, Virenload). Anhand der Virenmenge kann unter Einbezug des Genotyps bereits ein erstes Behandlungskonzept erarbeitet werden. Die Virenlast ist auch ein wichtiger Parameter für das Ansprechen auf die Therapie.

Genotyp und Viruslast

Der PCR-Test ermöglicht ebenfalls die Bestimmung des Genotyps und der Viruslast. Als Viruslast bezeichnet man die Anzahl der Hepatitis-C-Viren, die in einem Milliliter Körperflüssigkeit nachweisbar sind. Die Viruslast wurde bislang in Kopien/ml angegeben, die neue Einheit ist das internationale Unit (U/ml).

Als Genotypen bezeichnet man unterschiedliche genetische Variationen des Hepatitis-C-Virus.

Es werden derzeit mindestens 6 HCV-Genotypen und ca. 80 Subtypen unterschieden. In Deutschland treten die Genotypen 1 und 3 am häufigsten auf. Informationen über den Genotyp und die Viruslast sind für den behandelnden Arzt zur Erstellung eines Therapieschemas unverzichtbar. Je nach Genotyp und Viruslast wird er die Therapiedauer optimieren.

 

Viruslast

Früher wurde fälschlich angenommen, dass die Viruslast im direkten Zusammenhang mit dem Krankheitsverlauf steht. Dieser Zusammenhang konnte dementiert werden.

Es gibt nachweislich keinen Zusammenhang zwischen „hoher Virenlast“ und schnellem Krankheitsverlauf oder umgekehrt.

 

Einheiten und Testgrenzen

Zu den Anfangszeiten der Hepatitis C-Behandlung in den 1990ern wurden mehrere verschieden Einheiten verwendet. Heute ist noch selten von Kopien/ml die Rede, meist wird die Viruslast in IU/ml (international Einheiten (international Unit) pro Milliliter Blut) angegeben. Auch haben sich die Testverfahren allgemein verbessert, so dass genauere, sensiblere Ergebnisse vorliegen können.

In den Anfängen der Behandlung lagen die Nachweisgrenzen der Test bei <600 IU/ml, das bedeutet: Alles was unter der Grenze von 600 internationalen Einheiten lag, war nicht mehr nachzuweisen. Nicht mehr nachweisbar bedeutet „negativ“.

Auch heute gibt es noch keinen Test der ein deutliches und nachweisbares Negativ mit dem Wert 0 belegen kann. Doch die Testverfahren wurden so verfeinert das in aller Regel ein Verfahren <12 IU/ml verwendet werden können.

Diese sensiblen Tests sind während der Therapie angebracht, da der Abfall der Viren ein Ansprechen auf die Behandlung bedeutet.

Einteilung der Virusmenge niedrig > mittel > hoch

Von einer niedrigen Virusmenge (Virämie) spricht man bei einer HCV-RNA bis 600.000 IU/ml, in sogenannten „logs“ wären das 6 x 10 hoch 5. Die Bezeichnung „logs“ kommt aus der Mathematik und bezieht sich auf Logstufen.

Bis ca. 2003 sprach man von einer mittleren Virusmenge im Bereich >600.000 IU/ml bis ca. <2.000.000 IU/ml. Alles was über den Wert 2.000.000 IU/ml geht bezeichnete man als hohe Virämie.

Heute erfolgt nur noch eine Einteilung nach niedriger Viruslast (<600.000 IU/ml) und einer hohen Viruslast (>600.00 IU/ml).

 

Was bedeutet die Aussage der Viruslast?

Die Viruslast gibt keine Bedeutung über das Fortschreiten der Krankheit.

Es gibt Patienten die trotz niedrigen Viruswerten ein rasches Fortschreiten des Krankheitsbildes aufweisen. Andere Patienten weisen auch nach jahrelanger Infektion keinen gravierenden Leberschaden auf, was nicht bedeutet das weitere Begleiterscheinungen der Erkrankung nicht auftreten.

Die Viruslast ist am wichtigsten für einen Behandlungsverlauf, für ihr Ansprechen oder Fehlansprechen.

Von einer erfolgreichen Behandlung spricht man, wenn 12 Wochen bzw. 6 Monaten nach Beendigung der Therapie das Ergebnis „negativ – unter der Nachweisgrenze“ liegt.