Fragen zum Thema Hepatitis C
- Besteht die Möglichkeit, daß die Diagnose falsch ist?
(So etwas geschieht schon mal...) Hier sollten sie mit ihrem Arzt besprechen, ob der Test noch mal wiederholt werden kann
- Gibt es zusätzliche Tests, die die Diagnose bestätigen oder den Schweregrad der Erkrankung aufzeigen können?
In einem „großen“ Butbild können Antikörper, sowie die Leberwerte festgestellt werden. Das ist aber noch keine definitive Aussage. In einem sog. PCR-Test kann der Virus nach Genotyp und Population erkannt werden. Daneben existieren noch weitere Tests wie eine Gewebeentnahme von der Leber um den Schädigungsgrad der Leber festzustellen. Dies gilt als die sicherste Diagnose, da sonopraphische Diagnosen nicht so genau sein können.
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- Welche Organe meines Körpers sind betroffen und auf welche Weise?
Während der Interferontherapie kann es zu Beeinträchtigungen der Schilddrüsenfunktion, sowie zu Herzrythmustörungen kommen. Auch wurde schon beobachtet, daß eine Diabetis Mellitus entwickelt wurde. Aber auch hier gilt: Alles kann, nichts muss...
- Auf welche Art und Weise kann ich diese Krankheit bekommen haben?
Bei 40% der Betroffenen ist der Infektionsweg nicht mehr nachvollziehbar. Da sich der Virus nur parenteral auf dem Wege der mechanischen Blutübertragung verbreiten kann, sind Infektionswege wie Nadeltausch bei Drogenkonsum, Tätowierungen, häufig. Blutkonserven werden seit 1990 auf HCV untersucht und deshalb sollte hier eine Infektion nicht mehr möglich sein. In der Vergangenheit, vor 1990 spielte dieser Übertragungsweg jedoch eine große Rolle.
- Wie sind die Möglichkeiten, daß ich diese Krankheit auf andere übertrage und aufweichen Wegen? Muß ich mich um meine Familie sorgen, bin ich ein Risiko für meine Nächsten? Was ist mit sexueller Übertragung? Wie kann ich das Risiko für andere verringern?
Im Rahmen der täglichen Hygiene kann der Virus nicht übertragen werden. Der Betroffene sollte seine Hygieneartikel wie Einmalrasierer und Zahnbürste sowie Utensilien für die Maniküre und Pediküre separat nutzen, um bei eventuellen Verletzungen und den daraus entstehenden Blutverunreinigungen am Gerät und somit letzendlich der daraus entsehenden Infektionsgefahr vorzubeugen. Die sexuelle Übetragung bei den normal angewandten Praktiken ist gering und liegt unter 3%. Eine Co-Infektion mit HIV erhöht allerdings das Risiko der sexuellen Übertragung.
- Welche Symptome sollten mich beunruhigen?
Sie müssen eine rationale Perspektive für Ihre Krankheit gewinnen und nicht davon besessen sein, jeden kleinen Schmerz und jedes neue Symptom darauf zu beziehen.
- Gibt es Organisationen, die mehr Information über meine Krankheit oder Hilfe bei Problemen anbieten können, die sich aus meiner Krankheit ergeben?
Das können auch lokale Selbsthilfegruppen sein, an die Sie Ihr Arzt verweisen kann. Er kann Ihnen auch bestimmte medizinische Zentren und Forschungseinrichtungen empfehlen. Er kann Ihnen Quellen zusammenstellen, wo Sie Information über Ihre Krankheit finden, oder Ihnen sagen, wer Informationen oder experimentelle Therapien anbietet.
- Welche Behandlungen (Therapien) stehen zur Verfügung, um diese Krankheit zu bekämpfen?
Zur Zeit gibt es in Deutschland nur einen zugelassenen Wirstoff, welcher zur Therapie angewendet werden kann. Interferon. Je nach Genotyp ist die Therapiedauer unterschiedlich und beträgt zwischen 24 und 48 Wochen. In Ausnahmefällen bis zu 72 Wochen
- Welches sind die Risiken und wo ist der Nutzen, die mir diese Behandlung meiner Krankheit zum jetzigen Zeitpunkt bringt?
Einzige Risiken sind die im Vorfeld schon besprochenen und bekannten Nebenwirkungen. Der Nutzen dieser Therapie liegt darin, daß selbst nach erfolgloser Therapie, das Risiko an einer Leberzirrhose oder an einem Lebercarzinom zu erkranken gesenkt wird. In der Phase der Therapie kann sich die Leber gut erholen und regenerieren.
- Wenn ich die Therapie nicht vertrage oder sie sich als unwirksam herausstellt - gibt es dann Alternativtherapien?
Nein. Zur Zeit gibt es keine alternative Therapie.
- Woher weiß ich, ob ich auf die Behandlung anspreche und wie lange wird diese dauern?
Erklärtes Behandlungsziel ist es, in der 12. Therapiewoche virenfrei zu sein. Dazu wird in regelmäßigen abständen die Virenlast kontrolliert. Sollte es nicht zu diesem Ergebnis kommen, kann man die Frist verlängern. Spricht man nicht auf die Therapie an, dann gilt man als sogenannter „Nonresponder“. Hier kann man nach einer Erholungsphase für den Körper, ca .ein halbes Jahr, die Therapie wiederholen. Es gibt Fälle, in denen erst nach der 3. Therapie Erfolge zu verzeichnen waren
- Ist eine Transplantation eine Alternative für mich - heute oder zu einem späteren Zeitpunkt meiner Erkrankung?
Über eine Transplantation entscheidet der tatsächliche Zustand ihrer Leber und natürlich die Verfügbarkeit über ein Transplantat. Es ist für sie wichtig zu wissen, daß eine transplantierte Leber nicht den Virus eleminiert. Die Krankheit Hepatitis C besteht weiterhin.
- Gibt es Diätvorschriften oder andere Maßnahmen, die ich berücksichtigen sollte, um die Auswirkungen der Krankheit zu verringern?
Es gibt natürliche Wirkstoffe, die ihre Leber unterstützen. Hier sollte sie sich von ihrem Arzt oder Heilpraktiker beraten lassen. Auch kann ihre Ernährung unterstützend auf den Zustand ihrer Leber einwirken. Hier sollten sie sich auch mit ihrem Arzt unterhalten.
- Wie oft muß ich während der Behandlung den Arzt aufsuchen?
Ihr behandelnder Arzt wird die Notwendigkeit der Arztbesuche mit ihnen absprechen. Auf jeden Fall aber sollte der Zustand ihrer Leber in einem Abstand eines halben Jahres untersucht werden. Auch nach erfolgreicher Therapie.
- An wen kann ich mich im Notfall wenden?
Selbstverständlich an ihren behandelnden Arzt oder dessen Vetretung.
Bei allgemeinen Fragen Deutsches Hepatitis C Forum e.V.
Tel: (0700) 43 73 67 86
Die Auskünfte am Beratungstelefon werden von medizinischen Laien gegeben und ersetzen nicht den Arztbesuch.
- Werde ich in der Lage sein, zu arbeiten?
Das ist von Fall zu Fall verschieden und hängt von ihrer körperlichen Fitness und gesamten Konstitution ab. Es sind Fälle bekannt, die ohne erhebliche Einschränkung ihrer normalen Tätigkeit nachgehen konnten. Anderseits sind aber auch Fälle dokumentiert, die über den gesamten Zeitraum der Therapie arbeitsunfähig waren.
- Was ist mit meinen Hobbys, Sport, familiären und sozialen Aktivitäten, auf die die Krankheit eine Auswirkung haben kann/könnte.
Sie sollten natürlich versuchen ihr Leben so normal wie möglich weiter zu leben. Soziale Kontake sind weiterhin wichtig. Sofern sie in der körperlichen Verfassung sind und Sport ausüben können, sollten sie das auch tun. Jedoch sollten sie ihre Leistungsgrenze nicht übersteigen.
- Wird die Behandlung meine Stimmungen, mein Gefühlsleben oder meine Sexualität beeinträchtigen?
Ja. Sie müssen mit Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen rechnen. Deshalb ist auch ein stabiles, soziales Umfeld wichtig. Es ist zu Empfehlen, sich während der Interferontherapie psychologisch begleiten zu lassen. Die Lust auf Sex kann während der Theapie zurückgehen. Bei Männern kann es zu Erektionstörungen kommen. Nach Abschluß der Therapie normalisiert sich aber alles wieder in einem Zeitraum von bis zu sechs Monaten.
- Wie ist Ihre Empfehlung bezüglich Alkohol, Rauchen, Medikamenten (freie und verschreibungspflichtige)?
Natürlich sollten sie alles was ihrer Leber schadet, nicht zu sich nehmen. Bezüglich der Medikamente sollten Sie sich mit ihrem Arzt absprechen.
- Wirken sich Krankheit oder Behandlung auf meine Zeugungsfähigkeit aus?
Bisher sind keine Fälle dokumentiert, in denen es zu einer Zeugungsunfähigkeit während, oder nach der Therapie kam.
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