Selbsthilfe-Telefon
0700 43 736 786

Achtung: Neue Zeiten!
Informationen unter Beratung & Kontakt

Hepatitis C (HCV)

Hepatits C ist eine Entzündung der Leber, die durch eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) hervorgerufen wird. Der Krankheitserreger wird in erster Linie über das Blut übertragen. Das HCV- Virus ist auch in anderen Körperflüssigkeiten wie Sperma und Muttermilch nachweisbar, jedoch ist eine Übertragung durch diese äußerst selten.

Die Inkubationszeit beträgt ca. 2–26 Wochen. Es kommt in einigen Fällen zu einer akuten Hepatitis mit Symptomen wie Durchfall, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und Gelbsucht. Bei ca. 10-20 Prozent der Infizierten verläuft eine Hepatitis C-Infektion mild und heilt nach der akuten Krankheitsphase ohne bleibende Schäden aus. Ca. 80-90 Prozent der Infektionen nehmen jedoch einen chronischen Verlauf. Sie können langfristig zu Leberschäden, wie Leberzirrhose oder Leberkrebs führen.

Die chronische Hepatitis C verläuft oft unerkannt, sodass viele Menschen gar nicht wissen, dass sie infiziert sind. Es ist wichtig, die Krankheit frühzeitig zu erkennen, damit durch geeignete Therapiemaßnahmen die fortschreitende Schädigung der Leber gestoppt werden kann. Mit einem einfachen Bluttest lässt sich feststellen, ob eine Hepatitis C-Infektion vorliegt oder nicht.

 

Hepatitis C – Das unbekannte Virus?

Hepatitis C wurde erst so spät in der Forschung entdeckt, da es ein sehr kleines Virus ist. Vergleichen wir es mal bildlich:

Stellt man sich den Grippevirus (Influenza) in der Größe eines Medizinballes vor, entsprechen die Hepatitis A Viren etwa der Größe eines Fußballes (entdeckt im Jahr 1965). Hepatitis B wurde im Jahr 1973 unter dem Mikroskop nachgewiesen und würde in unserem Vergleich einem Handball entsprechen.

1984 wurde dann der HI-Virus entdeckt, der im Größenvergleich einem Tennisball entspricht.

Erst im Jahre 1989 wurde HCV als häufigster Erreger der posttransfusionellen (nach einer Blutübertragung auftretenden) oder sporadische Nicht-A-Nicht-B-Hepatitis (NonA-NonB) identifiziert. In unserem bildlichen Vergleich hat das Virus die Größe eines Tischtennisballes..

Die Größenverhältnisse mögen übertrieben klingen, liefern jedoch die Erklärung, warum Hepatitis C erst so spät entdeckt wurde.

 

Der leise Killer – Hepatitis C

Das Virus wird als einziger Vertreter des Genus Hepacivirus der Familie der Flaviviridae zugeordnet. Man kann 6 Genotypen und mehrere Subtypen unterscheiden. Der Lebensweg des Hepatits C Virus ist weitgehend geklärt, jedoch gelang es bis heute nicht, das Virus in Zellkultur anzuzüchten. Das einzige Tiermodell, in dem die Virusvermehrung untersucht werden kann, stellt der Schimpanse dar. 2005 gelang es Dr. Bartenschlager erstmals das Virus fotographisch festzuhalten.

Die Infektion wird von den Betroffenen erst meist gar nicht wahrgenommen. Sie leiden unter unklaren Symptomen wie Müdigkeit oder Unwohlsein. Die Diagnose Hepatitis C wird daher häufig erst bei einer Routineuntersuchung oder beim Blutspenden gestellt. Von der Ansteckung bis zu dieser Zufallsdiagnose können mehrere Jahre vergehen.

In dieser Zeit kann das Hepatitis-C-Virus Leberschäden verursachen. Das körpereigene Immunsystem kann nämlich das Hepatitis-C-Virus nur in 10-20% aller Fälle eliminieren. In über 80% der Fälle schreitet die Virusvermehrung ungehindert fort, und es entwickelt sich eine chronische Hepatitis C. Die Leber kann zunehmend geschädigt werden, so dass nach Jahren bis Jahrzehnten bis zu 20% der Patienten an einer Leberzirrhose leiden. Jedes Jahr erkranken 4% dieser Betroffenen an einem Leberzellkrebs.

 

Meldepflicht

Bei meldepflichtigen Krankheiten handelt es sich um bestimmte übertragbare Infektionen, die nach deutschem Recht (Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen – Infektionsschutzgesetz – IfSG) gemeldet werden müssen. Dies bedeutet, dass Erregernachweis, Infektionsverdacht, Erkrankung oder Tod durch die im Gesetz genannten Krankheiten an das Gesundheitsamt gemeldet werden müssen. Zur Meldung verpflichtet sind im Allgemeinen der behandelnde Arzt, wie auch Krankenhäuser und Infektionslabore. Die Meldung erfolgt:

  • namentlich (Personalien werden registriert)
  • nichtnamentlich (anonyme Registrierung).
  • In § 6 IfSG sind meldepflichtige Infektionskrankheiten verzeichnet, in § 7 IfSG meldepflichtige Erreger.
  • § 34 IfSG beschäftigt sich mit Aufenthaltsverboten in Gemeinschaftseinrichtungen für Erkrankte und Ausscheider.

Seit dem 1.1.2001 gibt es mit dem Inkrafttreten des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) eine namentliche Meldepflicht für alle erstmalig diagnostizierten Hepatitis C-Infektionen. Meldepflichtig ist nach § 6 IfSG der behandelnde Arzt und nach § 7 IfSG die Untersuchungseinrichtung (Labor), die den positiven Virusbefund erstellt hat. Die Meldung erfolgt an das örtliche Gesundheitsamt. Ziel der Meldepflicht ist auch die Identifizierung möglicher Infektionsquellen. Die Ermittlungen des Gesundheitsamtes können im Einzelfall hierbei ein wirksames Instrumentarium sein. Die personenbezogenen Daten müssen nach 3 Jahren gelöscht werden.

Das Robert-Koch-Institut führt anhand der gemeldeten Daten eine anonymisierte Statistik.

 

Dunkelziffer

Im Jahre 2014 erfasste das Robert-Koch-Institut 5814 neu gemeldete Hepatitis C-Betroffene, 2013 waren es 5171 Neumeldungen. Im Vergleich dazu wurden bei HIV (AIDS) im Jahre 2014 „nur“ 3381 HIV-Neumeldungen eingetragen.

Der Grund hierfür ist, dass vereinheitlichte Testverfahren für HIV vorliegen, welche bei generellen Untersuchungen oft automatisch mitgetestet werden. Für Hepatitis C jedoch gibt es bislang keine Verordnung auf Testverfahren. Nicht einmal alle bekannten Leberenzymwerte werden in einem so genannten kleinen Blutbild automatisch mitgetestet.

Ca. 100.000 Menschen sind in der Bundesrepublik Deutschland wissentlich mit dem Hepatitis C-Virus infiziert. Die Vermutung liegt nah, dass weit mehr als doppelt so viele Menschen von ihrer Infektion nichts wissen, da es keine spezifischen Symptome für die Krankheit existieren.

 

Entwicklung und Trends

Seit 1999 gelten weltweit strengere Kontrollmaßnahmen für Blutprodukte aller Art. Somit wird sich das Risiko einer Infektion durch eine Blutkonserve oder einer auf ein Blutprodukt gebildete Impfung auf deutlich weniger als 1% reduzieren. Die häufigsten Infektionen wird es in der Zukunft durch die Unwissenheit der Betroffenen, vor allem in der Drogenszene, geben. Modeerscheinungen wie Tätowieren oder Piercen stellen auch weiterhin ein hohes Potenzial zur Infektion dar.

Man kann dem Virus aber begegnen. Aufklärung und Information haben den größten Anteil im Kampf gegen diese Erkrankung. Ein Test bringt Sicherheit. Eine frühe Erkennung der Krankheit hohe Heilungschancen. Unsere heranwachsenden Kinder sind leider absolut gefährdet, nicht nur durch das HC-Virus, auch durch AIDS bzw. der wieder stärker auftreten Hepatitis B und Syphilis.

Daher: Die Zahl der jährlichen Neuinfizierten wird erst sinken, wenn jeder sich routinemäßig mit einem einfachen Bluttest frühestmöglich nach einer Infektion behandeln lassen kann.