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Das Leben ist wie eine Wundertüte ...... und das neue Jahrtausend, es steckt erst recht voller Überraschungen (sowohl den angenehmen, wie den weniger angenehmen) Vorgeschichte (Jan - Mai 2002)Eine der weniger angenehmen Überraschungen war die, dass mir meine langjährige Hausärztin im Januar 2001 eröffnete, dass ich mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert sei. Das brachte mich jedoch zunächst überhaupt nicht aus der Ruhe - es sagte mir nämlich nichts. Viren gibt es ja viele. Ein Virus, der vielen Menschen bekannt ist, ist z.B. der Herpes-Virus, den hat -so habe ich gehört- wohl JEDER in sich, jedoch bricht er nur ab und an bei dem einen oder anderen aus, naja, und dann verschwindet er meist wieder. Was von alleine kommt, kann also auch von alleine wieder gehen -- so oder ähnlich müssen wohl meine Gedanken an mir vorüber gezogen sein. Die Ärztin sagte mir dann, man könne diese Erkrankung behandeln, mit einem Medikament namens Interferon, dies, so sagte sie im gleichen Satz, mache jedoch Depressionen !! Hilfe !!!! Depressionen ?!?!? Also, das war so ziemlich das Letzte, was ich wollte, daher teilte ich ihr mit, dass ich dann doch ganz sicher KEINE Therapie machen werde, denn im übrigen würde ich mich ja auch ganz gesund fühlen. Das Thema HCV war damit für sie und für mich erledigt. Ich habe eigentlich keinen Gedanken mehr daran "verschwendet"....... Sogar, als ich im Frühjahr 2001 einen kieferorthopädischen Eingriff unter Vollnarkose machen lassen musste. Bei einem Vorgespräch mit der Anästhesistin stellte diese mir die übliche Fragen, auch nach chronischen Erkrankungen. Es sei nichts bekannt, versicherte ich ihr. Ich habe ihr nix von HCV gesagt, da ich die gar nicht als Erkrankung kategorisiert hatte und als chronische Erkrankung sowie nicht. Das lag natürlich an der mangelhaften Aufklärung seitens meiner Hausärztin. Zum vereinbarten OP-Tag sollte ich aktuelle Blutwerte mitbringen. Da schaute die Anästhesistin plötzlich sehr misstrauisch und unfreundlich und auf ihre strenge Frage, woher denn die hohen Leberwerte kämen, fiel mir die HCV wieder ein --- das war doch eine Lebererkrankung --- Ich teilte ihr also mit, dass ich mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert sei. Oh, oh, da hättet ihr mal ihren vorwurfsvollen Blick sehen müssen, als hätte ich wissentlich die ganze Praxis beinahe "ausgerottet". Wenn man das gewusst hätte, VOR OP-Termin-Vergabe, so die Anästhesistin, dann wäre ich als allerletzte Patientin unter's Messer gekommen. Ab da dämmerte mir, dass diese HCV anscheinend doch mehr zu bedeuten hat. Aber es dämmerte halt nur kurz und dann wurde es bezüglich HCV doch wieder "ganz dunkel" um mich, will sagen, kein weiterer Gedanke mehr an HCV. Nicht, dass wir uns falsch verstehen, mir war immer noch nicht bewusst, was es heißt HCV infiziert zu sein, ich habe es nicht zwanghaft verdrängt oder so, ich war halt schlecht aufgeklärt .... ..... bis, ja bis ich im Januar 2002 plötzlich Ödeme (Wasserablagerungen), in den Augenliedern bekam, die auch nach einigen Wochen nicht wieder verschwanden. Ich wollte die Ursache hierfür wissen und machte erneut einen Termin bei meiner Hausärztin .... .... und ab da begann - davon bin ich überzeugt- eine Reihe von glücklichen Umständen. Meine Hausärztin war nicht da ! Sie war selber ernsthaft erkrankt und hatte für mehrere Wochen verschiedene Vertretungsärzte und -ärztinnen. Die Vertretungsärztin, die anwesend war, als ICH die Praxis aufsuchte, war DIEJENIGE, die den Stein ins Rollen brachte. Sie fragte routinemäßig, ob irgendwelche Erkrankungen vorliegen. Diesmal - das hatte ich ja bei der kieferorthopädischen Behandlung gelernt- beantworte ich diese Frage prompt mit: "Ja, HCV !" Sie hat mir gesagt, dass diese Erkrankung eine durchaus ernst zu nehmende Erkrankung sei. Meist würden nach 10 Jahren Infektionsdauer bereits erhebliche Leberschäden vorhanden sein und wenn man dem Virus "freien Lauf" ließe, dann könne dies nach weiteren Jahren Leberzirrhose und noch schlimmer, sogar Leberkrebs verursachen. Da fingen die Alarmglocken bei mir an zu läuten. Diese Ärztin war die erste "Perle" in einer Kette von glücklichen Umständen. Sie ließ ein Blutbild machen und ich bekam einen Termin für die Woche drauf, zwecks Besprechung. Dann rief sie jedoch schon morgens -zwei Tage vor besagten Termin- bei uns an. Ich war um diese Uhrzeit schon in der Beratungsstelle, in der ich seit 13 Jahren eine 20-Stunden-Stelle habe, daher sprach mein Mann mit ihr. Sie bat ihn, mir auszurichten, dass ich gleich am nächsten Morgen SOFORT in die Praxis kommen solle, mein HB-Wert sei total im Keller und ich müsse eigentlich jeden Moment umkippen. Wahrscheinlich sei, dass ich im Magen-/Darmtrakt ständig geringe Mengen Blut verliere und dies müsse unbedingt kontrolliert werden. Als mein Mann mir dies am Abend mitteilte, wäre ich wirklich fast umgekippt, obwohl ich mich eigentlich ganz fit fühlte. Schließlich war ich seit ca. einem Jahr in einem Lauftreff und bin dort wöchentlich zwei bis drei mal meine 8 - 10 km gelaufen und niemals hatte ich das Gefühl "aus den Latschen" zu kippen.... Am nächsten Morgen bekam ich dann von dieser Ärztin eine Einweisung ins hiesige Klinikum. Sie könne mich auch jetzt von einem Internisten zum anderen schicken, so die Vertretungsärztin, es sei ihr aber lieber, wenn ich ins Klinikum ginge, da man dort alle nötigen Untersuchungen zügig machen würde und im Notfall sei ich auch dort gleich an der richtigen Adresse. Und ich solle bei dieser Gelegenheit dann auch gleich eine mögliche Interferon-Therapie mit dem zuständigen Arzt besprechen. Im Klinikum nahm ein sehr HUMANER Mediziner sich meiner an. Ich war ihm noch gut bekannt, da ich vor ca. 10 Jahren eine seiner ersten Patientinnen war, ich selber konnte mich nicht mehr an ihn erinnern. Machte aber nix. Ich habe gleich gespürt, dass dieser Mann es gut mit mir meint und sich - obwohl eigentlich nur für die Privat-Patienten zuständig- (ich selber bin ganz normal Pflichtversicherte) richtig viel Zeit für aufklärende und auch aufbauende Gespräche und eingehende Untersuchungen und auch für den ein oder anderen Scherz nahm und das während der ganzen 4 Tage, die ich dort "stationiert" war. Das tat gut ! .... .... und das war die zweite "Perle" in meiner Kette Es stellte sich schon nach wenigen Stunden heraus, dass man (wer auch immer) meine Blutwerte vertauscht hatte. Mein HB-Wert war völlig in Ordnung !! Wir machten dann eine Art Intelligenz-Test, um festzustellen, ob die Leber bereits derart geschädigt ist, dass es bereits Auswirkungen auf mein Gehirn verursacht hat, denn, so klärte der Arzt mich auf: Leber und Hirn arbeiten ZUSAMMEN. Der Test hat richtig Spaß gemacht. Es herrschte dabei aber auch eine völlig entspannte und wohltuende Atmosphäre. Das Ergebnis war derart gut, dass ich gerne daraus geschlossen hätte, dass mit meiner Leber alles völlig o.k. sei. Die guten Noten, so klärte mich der Arzt auf, ließen jedoch leider diesen Schluss nicht zu. Zumindest aber sei eine Schädigung des Gehirn auszuschließen. Wir vermuten, dass die Infektion bereits seit 1984/1985 besteht, da meine Hausärztin damals eine so genannte NON A/NON B - Hepatitis diagnostizierte. Eine Biopsie zeigte dann auch, dass meine Leber bereits an einer hochgradigen Fibrose litt, dass der Virus sich bereits auf eine Anzahl von 2 Millionen Kopie vermehrt hatte (im Lotto wären mir die 2 Mio. lieber !!) und es wurde der Genotyp bestimmt. Das war dann wieder Glück im Unglück ! Zumindest hatte ich den "freundlichen" Typ 3a, d.h. dieser Typ ist viel leichter zu "packen". Er hat immerhin eine Eliminierungschance von 80% und die Tatsache, dass ich eine Frau bin "bringt" noch mal 10%. Gute Aussichten also, wieder völlig gesund zu werden !! Dieser Arzt sowie einer seiner Kollegen sowie auch die Vertretungsärztin meiner Hausärztin sagten mir alle drei, dass man während der Interferon-Therapie in den ersten Wochen mit leichten Nebenwirkungen rechnen müsse. So käme es meist einige Stunden nach Injektion zu grippeähnlichen Symptomen. Diese verschwänden dann allerdings meist innerhalb der nächsten Stunden und am nächsten Tag sei man in der Regel schon wieder fit. Prima, lasst uns doch gleich anfangen, dachte ich. Je eher, desto besser !! Da war nur ein Haken.... die ÖDEME in den Augenliedern, der Grund meines ursprünglichen Arztbesuches .... sozusagen die allererste "Perle" oder besser "die eine Seite des "Verschlusses" in der Kette glücklicher Umstände.... Am ersten Tag meines Krankenhaus-Aufenthaltes stellte sich der Grund für diese Ödeme heraus.... Ich hatte eine "fette" Schilddrüsen-Überfunktion und eine dadurch entstandene Autoimmunerkrankung (ich hatte also Antikörper entwickelt, die das Schilddrüsengewebe "attackiert" hatten - leider aber auch das Gewebe hinter den Augen, daher diese Ödeme) Tja, und Schilddrüsen-Überfunktion und Interferon-Therapie, DAS passt ÜBERHAUPT nicht zusammen-- Kontraindikation !! Mir wurde übrigens auf einmal klar, warum ich - iim Gegensatz zu allen anderen "Menschen" aus dem Lauftreff- während unseres monatelangen Trainings schöne 5 kg abgenommen hatte.... Was tun ?? Mindestens ein Jahr Schilddrüsen-Hormon-"Bremser" schlucken, um dann EVENTUELL eine STABILE Hormonproduktion herbeizuführen und die Möglichkeit in Kauf nehmen, dass diese Stabilität durchaus während der Interferon-Therapie in sich zusammenbrechen kann ?? In Kauf nehmen, dass dann derart große Probleme entstehen, dass ich die Interferon-Therapie abbrechen muss ?? Gleichzeitig auch dem Virus ein weiteres Jahr Zeit zu geben "ungeschoren" davon zu kommen und weiterhin in Ruhe meine Leber zu schädigen ?? .... ....ODER Schilddrüse entfernen (dadurch mögliche Komplikationen dezimieren) und möglichst umgehend mit der Interferon-Therapie starten ??? Die Entscheidung war ja längst gefallen, ich wollte dem Virus "an den Kragen" und wenn dafür meine Schilddrüse "dran glauben" musste. Was soll's, wenn sie ohnehin "krank" war. Im übrigen können heutzutage die Hormone, die die Schilddrüse produziert von der Pharmaindustrie -baugleich denen der Schilddrüse selber- hergestellt werden und machen KEINERLEI Nebenwirkungen !!!! im Gegensatz zu den Medikamenten, die die Schilddrüsen-Produktion bremsen sollen. Dann musste eben die Schilddrüse "dran glauben" So bekam ich dann für mehrere Wochen Medikamente, um die Schilddrüsen-Hormon-Ausschüttung "runter zu fahren". Anfang April war es dann soweit, die Schilddrüsen-Werte waren alle im grünen Bereich und die Schilddrüse wurde entfernt - problemlos. Was GEBLIEBEN ist, ist, dass ich nun ein Leben lang Schilddrüsen-Hormone schlucken muss, aber daran kann man sich gewöhnen, wie an das tägliche Brot. Was nach der OP erst noch WIEDER kommen muss, ist das VOLLE Stimmvolumen. Ich kann zur Zeit weder meine Kinder, noch meinen Mann, noch sonst wen anschreien, aber daran können DIE sich auch gewöhnen :-)) Mitte bis Ende Mai hatte ich 10 Röntgenbestrahlung wegen der an den Augen entstandenen Ödeme. Diese Ödeme sind eine indirekte Folge der Schilddrüsen-Überfunktion (s.o.) und diese Überfunktion ist -laut Aussage verschiedener Ärzte- unter Umständen wiederum eine Folge der HCV. Dies ist jedoch lediglich eine Hypothese. Mein Körper hat aufgrund der Überfunktion Antikörper entwickelt, die das Schilddrüsen-Gewebe aber auch das Gewebe hinter dem Auge "attackiert" haben. Das führte dazu, dass der Augmuskel verhärtete und die Lympfgänge, die durch diesen Augmuskel führen nicht mehr frei durchfließbar sind. Durch die Bestrahlung soll erreicht werden, dass der Umbau des "Hinter-Augen-Gewebes" weitgehenst rückgängig gemacht wird und gleichzeitig das Gewebe hinter dem Auge vor erneuten Angriffen der Antikörper geschützter ist. Dies ist insbesondere im Hinblick auf die Interferon-Therapie wichtig, da es durch diese Medikation zu einer erneuten "Attacke" dieser Antikörper auf das Auge kommen kann. Im April und Anfang Mai hatte ich bereits 2 ausführliche Gespräche mit einem hiesigen Spezialisten für HCV, der mir von dem besonders HUMANEN Mediziner empfohlen wurde, der mich seinerzeit im Klinikum behandelte. Dieser Spezialist wird mich nun durch die Therapie begleiten. Ich hoffe, ich werde ihn auch während und nach Beendigung meiner Therapie als eine meiner "Glücksperlen" bezeichnen Er hat folgenden "Fahrplan" erstellt.
Start der Therapie wird demnach Montag, der 3. Juni 2002 sein. Die nötigen Rezepte sind bereits ausgestellt und bei der Apothekerin eingereicht. Dank meines Mannes und meiner Töchter (22, 16 und 12 Jahre), Dank meiner Eltern und Geschwister, Dank meiner Arbeitskollegen und meines Chefs, Dank meiner Freundinnen und nicht zuletzt auch Dank der mailing-list des DHCF, allesamt weitere "Perlen" in der Kette glücklicher Umstände fühle ich mich recht gut auf die Therapie vorbereitet. Schön, dass es euch gibt !! Ich werde an dieser Stelle wieder berichten, sobald meine ersten Schritte durch die Therapie "gelaufen" sind. Hille, Freitag, 31. Mai 2002
Therapie-Start (Montag, 3.6.2002)puh, das war doch ein Start mit einigen Hindernissen. Als ich heute Nachmittag die Medis in der Apotheke abholen wollte, um pünktlich um 17.15 damit zu meinem behandelnden Arzt zu "spazieren", um mir dort das Spritzen zeigen und letzte Unklarheiten beseitigen zu lassen, war es wie verhext. Die Interferon-Spritzen waren WEG, einfach weg, die Apothekerin hatte sie eigenhändig in den Kühlschrank gelegt --- und dann waren sie plötzlich - völlig unerklärlich - VERSCHWUNDEN. Mit einigen Mühen hat meine Apothekerin es dann bewerkstelligt, noch eine Extra-Lieferung Interferon beim Großhändler zu bestellen und die Zusage erhalten, dass diese um 18.30 Uhr bei ihr in der Apotheke sei. War sie auch !! -- Nur, der Prof., mein behandelnder Arzt war dann nicht mehr da, um mir das Spritzen zu zeigen. Ich hätte also wieder alles verschieben müssen und da einige andere Augenarzt-Kontroll-Termine bereits in Abhängigkeit von diesem heutigen START gemacht worden sind, ich vorsorglich Urlaub genommen habe usw., wollte ich unbedingt HEUTE auch anfangen. Ich habe mich dann ganz alleine (mit leichten Zweifeln) ans Spritzen herangetraut, habe mich mit den nötigen Utensilien UND der Anleitung in mein Zimmer verzogen und in aller Ruhe alles ganz genau nach Anleitung gemacht.... ... und -siehe da !!- es hat geklappt. Ist sogar was für Doofe, das Spritzen und die Anleitung so gut formuliert, dass man es tatsächlich alleine hinkriegen kann... Dienstag, 4.6.2002 Also, wenn das so weiterläuft -- eine herrliche Vorstellung !! :-))
die ersten Gehversuche MIT der Therapie.... (1. bis 3. Woche der Therapie) Ja und so (wie bei Therapie-Start bereits begonnen und erhofft) ist es weitergelaufen, richtig gut. Dies kann ich natürlich nur in Bezug auf die Nebenwirkungen sagen; wie die eigentliche Wirkung der Medikamente ist, weiß ich natürlich noch nicht..... werde ich aber auch noch erfahren....... Also ich hatte mir rein vorsorglich für die ersten beiden Wochen der Therapie Urlaub genommen und habe diese Zeit fleißig dazu genutzt, mit der mailing-list des DHCF im Austausch zu sein, vor allem habe ich recht intensiv die persönlichen Kontakte gepflegt, die ich im Laufe der 3 Monate, die ich Mitglied dieser Liste bin, gestrickt, äh geknüpft habe ;-)) Habe mich vormittags häufiger mit Freundinnen im Straßen-Café getroffen, angeregte Gespräche geführt, wovon meine Therapie nur ein ganz kleiner Teil war. Aber es hat gut getan, all die erleichterten Gesichter zu sehen, da es mir doch Gott sei Dank !!! GUT ging, TROTZ der ganzen Nebenwirkungen, die kommen KÖNNEN aber natürlich nicht kommen MÜSSEN.......... von mir aus auf jeden Fall nicht :-)) Auch meine Arbeitskollegen, Eltern, Geschwister und überhaupt alle reagierten höchst erfreut, als sie meine Meldung : "Alles Prima !" erhielten. Ganz besonders erleichtert ist natürlich mein Mann und sind meine Mädels, wovon immerhin noch zwei "im Nest" sind, die erste ist schon ausgeflogen und alle drei helfen wo sie können. Ich durfte z.B. während meines Urlaubes IMMER ausschlafen, die beiden "Nesthocker" (12 und 16 Jahre) haben sich ihr Frühstück alleine gemacht und waren auch nicht sauer, wenn es zum Mittagessen dann mal nur "Mc Doof" oder Ravioli & Co. gab. Das ist schon eine tolle Unterstützung, soviel Mitfreuen und Verständnis zu ernten. Haushalt verwahrloste durch die viele "Mehlerei" und durch’s im Café sitzen oder Spazierengehen oder ins Kino gehen ein bisschen, aber egal, niemanden hat’s gestört und für das Wichtigste blieb immer noch genug Zeit....auch für ein leckeres selbst gekochtes Essen, ach was sag ich, für mindestens zwei :-)) und Englisch-Vokabeln abfragen und Mathe-Hausaufgaben kontrollieren .. alles kein Problem... Ich habe den Fahrplan meines behandelnden Arztes (der wegen meiner Augengeschichte ein anderer Fahrplan war, als der reguläre) habe also diesen Fahrplan eingehalten und KEINE weiteren Probleme mit meinen Augen bekommen und daher "durfte" ich am Freitag, den 21.6.2002 mit der ganz regulären, also mit der Standard-Therapie beginnen, d.h. Ribavirin, wie auch schon vorher, die meinem Körpergewicht entsprechende Menge und NUN auch Pegintron, die "volle Ladung". Etwas mulmig war mir schon, ganz ehrlich aber .... ... ich habe VOR der Injektion noch einen ausgiebigen Spaziergang mit einer Freundin gemacht, dann haben wir hier bei mir anschließend noch fröhlich zusammen gesessen. Ich habe mir gleich bei unserer Ankunft hier Zuhause die "volle Dröhnung" gegeben, mein Mann war beruflich im Einsatz, meine Mädels wären für den Fall der Fälle (Nebenwirkungs-Hammer) vielleicht nicht "ausreichend" gewesen..... aber, wie sich inzwischen gezeigt hat, war ja auch nix...... Trotzdem war es schön, eine Freundin hier zu haben !!! Heute haben wir Samstag, den 22.6.2002 und mir geht es wirklich hervorragend. Ich habe zwar ca. 5 bis 6 Stunden nach der Injektion eine Paracetamol-Zaepfchen genommen, mehr aber aus Vorsorge, als aus einer echten Notwendigkeit heraus.... geschadet hat es nicht !!! Ach ja, meine Freundinnen haben mir versprochen, dass sie mit mir auch demnächst im Rentner-Tempo durch die teutonischen Wälder "schleichen" --- wenn’s nicht anders geht. Die sind Klasse !!! An dieser Stelle kann ich nur wieder sagen, wenn das so weiterläuft ..... eine herrliche Vorstellung :-)) Bis zur nächsten Etappe Samstag, 22.06.2002 heute haben wir Samstag, den 20.07.2002, die siebte Woche ist nun auch schon fast vorbei .... und ich kann euch sagen .... alles lief prima .... zumindest in Bezug auf die Therapie und eventuelle Nebenwirkungen ... leider weiß ich immer noch nicht, wie die eigentliche Wirkung ist ... Ich muss mich halt noch bis zum "Halbfinale" (12. Therapie-Woche) gedulden .... Für mich ist das eine gute Übung, denn Geduld gehört nicht gerade zu meinen Stärken :-)) Ich habe nach den ersten beiden Wochen meiner Therapie, in denen ich rein vorsorglich Urlaub genommen hatte, wieder ganz normal gearbeitet und brauchte keinen einzigen Tag ein Krankschreibung. Die Nebenwirkungen, die ich habe, sind allesamt gut auszuhalten .... als da wären, selten Kopfschmerzen, ab und an ganz leichte Muskelverspannung im Rücken (aber dagegen lass ich mir nächste Woche Massage verschreiben ... das TUT IMMER GUT !! und ich nehme mir im Moment ALLES, wirklich alles mit, was ich an Annehmlichkeiten bekommen kann :-))). Dann wäre noch zu erwähnen, dass ich seit dem 1. Tag meiner Therapie einen ständigen, täglich vermehrten Haarausfall habe ... Nun schon FAST 7 Wochen lang :-(( .... aber NOCH sieht man es nicht ... Gott sei Dank !!! .... und ich wünsche und hoffe ganz fest, dass dieser nach der ACHTEN Woche AUFHÖRT .... Ich finde, 8 Wochen, das reicht :-)) Mal sehen, ob dieser Wunsch in Erfüllung geht ..... (sonst muss ich mir wirklich langsam Sorgen machen ....) "Viertel-Finale"... und für alle diejenigen, die vermehrt Angst vor Haarausfall haben ... hier ein ganz aktuelles Foto (aufgenommen am 20.07.2002) .... TROTZ Haarausfall seit nunmehr fast 7 Wochen ... alles halb so wild .... So kann ich an dieser Stelle nur wieder sagen, wenn das so weiterläuft ..... BIS AUF DEN HAARAUSFALL !!!! ... der sollte nun STOP machen .... dann wäre das PRIMA ..... und was noch prima wäre, das wäre, wenn ich euch im nächsten "Kapitel" - dem Halbfinale :-) mitteilen könnte, dass mein PCR aus der 12. Woche NEGATIV !!! ist ... Mensch, das wäre klasse !!! Allen denjenigen, die in Therapie stehen wünsche ich GUTE BESSERUNG und gar keine oder nur ganz wenig Nebenwirkungen, dafür aber um so besser tatsächliche Wirkung :-))), denjenigen, die noch unentschlossen sind, eine Therapie zu starten ... wünsche ich den Mut ... eine gute Entscheidung zu treffen .... und denjenigen, die bereits eine bislang erfolgreiche Therapie zu Ende gebracht haben, wünsche ich, dass sie weiterhin virenfrei bleiben und zuletzt denjenigen, die bereits ein oder mehrere Therapien erfolglos beendet haben ... wünsche ich den Mut, noch einmal von vorne anzufangen, will sagen: NOCH eine Therapie zu machen !! und diese dann e r f o l g r e i c h !!! abzuschließen. ..... bis Ende August ... da weiß ich mehr :-)) ....
heute haben wir Samstag, den 06. September 2002 ... mehr als die Hälfte der Therapie-Zeit ist geschafft. Supi find ich das, vor allen Dingen, dass es so recht nebenwirkungsarm verlief. Ich muss wirklich schwer überlegen, was ich an Nebenwirkungen so zu "bieten" habe .... Naja, da wäre immer noch der Haarausfall - aber er erschreckt mich nicht mehr - das ist ja auch schon mal was - Seitdem ich mich dazu entschieden habe, im "Ernstfall" eine Glatze schneiden zu lassen, ich mir bereits auch schon 3 tolle Tücher gekauft habe, die ich inzwischen sehr schick um mein Haupt wickeln kann .... seitdem hab ich keine Angst mehr davor, dass es noch schlimmer kommen könnte, ich fühle mich halt ganz gut gewappnet :-)) Außerdem war ich heute beim Frisör, hab ihm GENAU bei der Arbeit zugesehen .. und was stelle ich dabei fest ?? ... es wachsen wahnsinnig viele neue Haare (schon 5 - 6 cm lang) auf meinem Kopf ... hey :-))) Da kann ich wohl die Tücher wohl wieder "in trockene Tücher" packen .. :-)) Weitere Nebenwirkung ist, dass meine Zunge häufig brennt und der Hals etwas kratzt ... aber da bin ich mit meiner vielen Raucherei .. sicher auch echtes "Öl" in diesen "brennenden Flammen" ... Auszuhalten ist es aber trotzdem ganz gut .. ich lutsche halt öfters mal ein Salbei-Bonbon .. das hilft Na, dann habe ich nun seit ca. 2 Wochen häufiger ein Ziehen im rechten Lendenbereich und im rechten Oberschenkel .... aber ich mach was dagegen und das hilft !! Ich ziehe mir 24 Stunden (rund um die Uhr) und wenn es noch so affig heiß ist .. und ich ansonsten kaum "Tuch" am Körper trage ... diesen Nierenwärmer an .. wickel mir abends beim Lesen oder beim Rumlaufen ne richtige Schurwolldecke um die Lenden und dann nehme ich mir ab und an auch noch ein Heizkissen mit in "die Heia" .... das stell ich dann auf "glühend heiß" bis ich mitten in der Nacht wach werde .. schweißgebadet ... dann fliegt das Ding wieder aus dem Bett heraus :-))) und die Muskelschmerzen ebenfall, d.h., DIE waren schon VORHER "abgehauen" ... Ansonsten habe ich KEINE Nebenwirkungen zu beklagen ... ganz im Gegenteil, mir geht es wirklich so gut, wie schon lange nicht mehr .. ich habe unendlich viel Spaß und genieße das Leben in vollen Zügen .... jeden Tag 1.000-de von lebens- und liebenswerten, kleinen oder größeren Augenblicken ...... geben und nehmen :-)) .. vor allem HEUTE war so ein Tag ..... :-)) Ich erhielt heute morgen um 7.45 einen Anruf von meiner Hausärztin (fand ich richtig nett :-))) .... EIGENTLICH wollte ich ja mit einem Anruf bei ihr bis nächsten Donnerstag (12.09. - mein Geburtstag) warten .... um mir sozusagen noch ein ganz spezielles Geburtstagsgeschenk abzuholen :-)) .... aaaber SIE war schneller .. ich hatte damit aber auch schon gerechnet, dass SIE mich anruft, sobald sie das Ergebnis kennt .... (weil sie einfach ne tolle Frau ist !!) Es ging um mein PCR-Ergebnis (der Bluttest, der sagt, ob oder/und wie viele Viren noch im Blut vorhanden sind ... Sie sagte "Ich wollte Ihnen doch noch ein schönes Wochenende bereiten ... SIE HABEN EIN SPITZEN ERGEBNIS - SIE SIND NEGATIV . Die Nachweisgrenze war > 200 ... Ja, wenn ihr mich fragt, ich habe ein derart positives (positiv im Sinne von ERFREULICH) Ergebnis auch erwartet ... aber ich habe mich TROTZDEM riesig gefreut .. und meine Familie und meine Freunde MIT mir ... und da ist was wahres dran, an dem Sprichwort: geteiltes Leid ist halbes Leid geteilte Freude ist doppelte Freude herrlich !!! .. wenn das so weiterläuft ... tolle Vorstellung :-))) und nun werde ich mich das nächste Mal ca. Ende Nov. melden , dann bin ich durch mit der Therapie (24 von 24 Wochen, die bei Genotyp 3 zu "bewältigen" sind, sind dann vorüber :-)).... und ich werde bis dahin das nächste PCR-Ergebnis vorliegen haben .... Jeder, aber auch wirklich JEDER darf mir hierzu gerne die Daumen drücken :-)) .. und ich wünsche ALLEN einen anhaltenden Therapie-Erfolg, bzw. eine zunächst einmal erfolgreiche Therapie, bzw. einen guten Therapie-Start ... oder auch ein lebenswertes Leben und Lieben :-)) mit HCV, wenn eine Therapie nicht möglich ist oder keinen Sinn mehr macht .... DAS GEHT AUCH .... schließlich habe ich auch fast 20 Jahre mit dem Virus gelebt und mir ging es eigentlich recht gut ... NUN geht es aber NOCH besser :-))
Neuste Nachrichten aus Detmold :-))) Komm vorhin vom Brötchen holen, und wer steht da genau in dem Moment vor der Haustür ??? ... der Schornsteinfeger !!! ... hhhmmm ??? *ggg* obwohl ..... sein Chef war doch erst vor 3 Tagen schon einmal hier ... Heut kam also schon wieder der Schornsteinfeger, son richtig schöner, schwarzer, wie ausssem Bilderbuch. Ich sach ihm den Weg: "Immer der Treppe nach ... *g*" und denke so bei mir: "Die bringen doch Glück, diese Schornsteinfeger .... ob ich wohl heute schon den Anruf für mein PCR-Ergebnis bekomme ???...." Ich bin wirklich ein wenig "abergläubisch" ... und muss euch dazu noch erzählen, dass unser süßes, kleines Göttinger Mini-pig (Minischwein), Oskar, den wir nun gut 3 Jahre hatten am Montagabend, am Tag der vorläufig letzten Blutabnahme für den PCR sehr krank wurde, der Tierarzt kam am Dienstag und gab ihm eine starke Schmerzspritze und ein Antibiotikum und meinte in 3 Tagen könnte er über den Berg sein ... unser Glücksschweinchen Oskar verstarb dann in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch :-((( Die Familie trauert noch .... Ich glaubte, insbesondere seitdem klar war, dass mein Mann und ich einen IFN-Angriff auf die Viren starten (Ja, das sei hier eben noch erwähnt, wir beide haben die Therapie gemeinsam begonnen und gemeinsam beendet), ich glaubte also daran, dass unser Oskar unser Familien-Glücksschwein ist und dass sein ganz BESONDERER Auftrag darin lag, meinem Mann und mir (und letztendlich damit der ganzen Familie) Glück beim "Plattmachen" der Viren zu bringen :-)))
Tja .... :-)))))))))))))))))))))))))))))))))))))))) Es war unser Herr "Hep-Prof." .. seine Worte: "Frau Minas, alles ist BESTENS, Sie und Ihr Mann sind weiterhin NEGATIV !!!" JUCHHUUUUUUUUUU !!!!!! ICH WUSSTE ES !!!!!! Danke, Danke, Danke, lieber Oskar :-))), lieber Schornsteinfeger, liebe Frau Dr. Lay (meine Hausärztin :-))), lieber Norbert (mein Mann) liebe Steffi, Eva, Mona (unsere Töchter) liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Eltern, Geschwister und Freundinnen und Freunde, liebe, liebe, liebe Listies :-))) ... DANKE euch allen für eure Unterstützung ... die TAT und TUT (noch immer) sooo gut :-)))))) Gott sei Dank (GsD) !!! WIR SIND GESUND :-))) euch allen wünsche ich das gleiche Glück !!! herzlichst Hille-Glücksschwein *g* Ex - 3a HURRA !!! Ergänzung am 22.Juli 2003 Mein PCR, der 6 Monate nach Therapie-Ende gemacht wurde war ebenfalls negativ ! Gott sei Dank ! Meine Transaminasen sind nun, 8 Monate nach Therapie-Ende auch noch alle im grünen Bereich, was dafür spricht, dass ich weiterhin negativ bin.
Ergänzung am Mai 2004 Allerletzte Ergänzung: November 2003 (ein Jahr nach Therapie-Ende) wurde auf meinen Wunsch ein weiterer PCR gemacht. Laut Arzt wäre dies aber gar nicht mehr nötig gewesen, da der PCR, der ein halbes Jahr nach Therapie-Ende gemacht wurde ja bereits negativ war und dieser sich dann NICHT mehr ändert. Wie zu erwarten also war das Ergebnis vom November 2003 - PCR Ebenfalls negativ !
Ich wünsche allen, die eine Therapie machen ebenso einen Erfolg ! herzlichen Gruß Hille
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Das Leben ist wie eine Wundertüte ...
Therapie-Start (Montag, 3.6.2002)
"Viertel-Finale"
Glücksschweinchen ... Schornsteinfeger .... langer Rede kurzer Sinn... der Schornsteinfeger wollte gerade wieder das Haus verlassen und mir noch etwas mitteilen, ich musste ihn aber warten lassen, da in dem MOMENT das Telefon klingelte !!!