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Infektionswege der Hepatitis C (HCV)

Die meisten Betroffenen wissen nicht, wann und wie sie sich angesteckt haben. Die wenigsten haben in den Jahren vor 1989 eine Diagnose „NonA-NonB-Hepatitis“ oder „Postoperative-Hepatitis“ erhalten.

Dank der Testung von Blutkonserven seit 1991 kann man davon ausgehen, dass in Ländern mit hohem Hygienestandard, die Übertragung auf diesem Weg deutlich zurückgegangen ist. Werden solche Hygienemaßnahmen nicht eingehalten (z.B. Dritte-Welt-Länder, Osteuropa) ist auch heute noch eine Infektion bei medizinischen Eingriffen möglich.

In der ehemaligen DDR wurden in den Jahren 1977-79 durch die Anti-D-Prophylaxe (wegen Rhesusunverträglichkeit) viele Frauen infiziert.

Man kann sich mit Hepatitis C überall dort anstecken, wo Blut eines Infizierten in die eigene Blutbahn gerät. Beispielsweise bei Nadeltausch im Drogenkonsum, beim Tätowieren, Piercen oder bei Sexualpraktiken, bei denen es zu Verletzungen kommen kann.

Bekannt ist aber, dass folgende Verhaltensweisen das Risiko einer Hepatitis-C-Infektion deutlich erhöhen:

  • ungeschützter Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern
  • riskante Sexualpraktiken, insbesondere Analverkehr
  • gemeinsames Nutzen eines Injektionsbesteckes unter Drogenabhängigen
  • Tätowierungen und Piercing

Das Hepatitis-C-Virus wird dagegen nicht übertragen:

  • im normalen sozialen Umgang unter Mitmenschen
  • beim Händeschütteln
  • durch Insektenstiche
  • durch gemeinsame Benutzung von Küche oder Badezimmer

 

Risikogruppen

Zu den Risikogruppen gehören vor allem Personen, welche vor 1990 eine Bluttransfusion erhalten haben. Ein hohes Risiko liegt auch in der Drogenszene bei dem gemeinsamen benutzen von Spritzenbesteck vor. Bei Tätowierungen und auch Piercing besteht eine relativ hohe Möglichkeit der Ansteckung.

Es ist nicht immer nachzuvollziehen, wo und wann man sich infiziert haben könnte. Anhand der Statistik des Kompetenznetz Hepatitis liegen folgende Erfahrungswerte vor:

 Risikogruppen

Kein Risiko (unbekannte Infektion) 39%
homosexueller Geschlechtsverkehr 3%
Hetero Geschlechtsverkehr 2%
Blutprodukte 21%
med. Personal 4%
Drogenkonsum 23%
Herkunft aus Endemiegebieten 8%

 

 

Verbreitung der Hepatitis C

world hcv

Hepatitis C ist weltweit ein Thema, wie diese Abbildung der World Health Organisation (WHO) belegt. Es geht uns alle an.

Weltweit sind ca. 130 - 180 Millionen (ca. 2 - 3%) Menschen der Weltbevölkerung betroffen, in Deutschland ca 0,5 % der Bevölkerung. Diese Zahlen werden weiter steigen.

 

Was bedeutet das für den Patienten?

Hepatitis C ist eine Erkrankung, die sich in vielen Fällen oft erst 10 oder mehr Jahre nach der eigentlichen Infektion bemerkbar macht.

Hier beginnt oftmals ein wahrer Leidensweg für den Patienten.

Stellen Sie sich folgende Situation vor:

Eine junge Mutter, 35 Jahre, 2 Kinder, berufstätig, als Jugendliche tätowiert.
Sie geht zum Arzt und klagt über Erschöpfung, nachlassende Konzentration und Schlafstörungen. Bislang war sie körperlich gesund, keine ersichtlichen Vorerkrankungen.
Die erste Reaktion des Hausarztes könnte sein: „Frau X, kein Wunder, Sie haben Familie, Stress, Ihren Beruf, treten sie mal kürzer.“ Frau X wird noch ein „kleines Blutbild“ entnommen und sie soll in 2 Wochen wieder kommen.

In den Laborwerten zeigt sich nichts Außergewöhnliches, höchstens vielleicht ein etwas erhöhter „Leberwert“. Der Rat des Doktors fällt ernüchternd aus: „Trinken sie einfach weniger Alkohol, und gönnen sie sich einmal eine Auszeit von dem Stress.“
Frau X ist sprachlos. Sie hatte ihr letztes Glas Wein vor 3 Jahren auf der Jubiläumsfeier ihres Mannes getrunken.
Ein viertel Jahr später schafft Frau X es kaum noch Haushalt, Kinder und Beruf unter einen Hut zu bringen. Sie geht erneut zu ihren Hausarzt und bekommt die gleiche Antwort wie zuvor. Sie fühlt sich nicht ernst genommen. Erst als sie den Arzt wechselt, fragt sie dieser angesichts ihres Tattoos, ob schon eine virale Hepatitis ausgeschlossen wurde. Daraufhin wurde durch einen Antikörper-Test ein Kontakt mit dem Hepatitis C Virus nachgewiesen und durch weitere Untersuchungen eine chronische Hepatitis C, sowie eine mittelgradige Leberfibrose festgestellt.

Vielen Patienten geht es ähnlich wie unserer Frau X, oder die Diagnose erfolgt nur durch Zufall, weil sie nicht zu einer offensichtlichen Risikogruppe zählen.

Dabei wäre es mit einem einfachen Antikörper- Bluttest nachzuweisen, ob eine Infektion mit einem Hepatitis Virus vorliegt.

Frisch erkannte Infektionen in der Akutphase (die ersten 6 Monate ab Infektion) können mit bis zu 99,9% erfolgreich behandelt werden.

Hepatitis C ist heilbar!