Deutsches Hepatitis C Forum e.V

Ein glückliches Leben ... auch mit dem Virus

 

Hallo, ich bin Isabel, bin 42 Jahre alt und seit 1961 aufgrund einer Bluttransfusion, die ich als Säugling erhielt, infiziert, d.h. inzwischen schon über 40 Jahre lang. 1992 stellte man bei mir jedoch erst den Virus fest. Da ich keine richtige Beratung bekam (man fragte sogar, ob ich zuviel Alkohol trank) und ich von Hepatitis C keine Ahnung hatte, ging ich davon aus, dass ich eben Hepatitis hatte und wohl gar nicht so schlimm, weil ich mich ja kerngesund fühle. Tja, man fühlt sich eben erst schlecht, wenn es schon zu spät ist…

Ich entschied mich 2000 für eine Kombitherapie, die ich im April 2001 als völliger non-responder beendete. Die Nebenwirkungen waren sehr anstrengend: wunde Augenlider, Depressionen, Kreislaufstörungen, trockene Haut, Tinnitus usw. Außerdem verschlechterten sich NACH der Therapie die Nebenerkrankungen der Hepatitis C wie z.B. die Kryoglobulinämie (eine Blutgefäßentzündung), die ich vorher noch so gut im Griff gehabt hatte und die rheumatischen Beschwerden. Die Leberwerte stiegen an, alles schien außer Kontrolle geraten zu sein ! Bei einer Leberbiopsie 2002 stellte man fest, dass ich im Vorstadium einer Leberzirrhose stand.

Was blieb mir also übrig, als alles wieder „in den Griff zu bekommen“. Mitte 2001 begann ich also mit Cortison, um die Kryoglobulinämie wieder einigermaßen unter Kontrolle zu haben. Dafür besuchte ich die Rheumaambulanz und ließ mich dort von einem Hämatologen behandeln. Die Kryoglobulinämie ist eine ebenfalls gefährliche Krankheit (siehe Stichwort).

Danach schlug man mir eine Langzeittherapie mit Interferon. Aber der Gedanke, drei Jahre lang irgendetwas auszuprobieren, was mir nur Ärger gebracht hatte, schreckte mich total ab. Ich brauchte einfach etwas Zeit, mich wieder mit einer Therapie zu befassen. Also fragte ich bei der Krankenkasse an, was sonst noch so auf dem Markt war.

Nach zwei Ozontherapien (die mir sehr gut bekamen, für die ich aber selbst bezahlen musste !), schlug man mir eine Süßholzwurzelstudie vor. Und in dieser befinde ich mich jetzt. Sie heilt zwar nicht + wirkt eben präventiv. Meine Leberwerte sind wieder so wie früher, d.h. leicht erhöht. Nach einem Jahr werde ich durch die Leberbiopsie erfahren, wie es der Leber selbst geht. Mir persönlich geht es außergewöhnlich gut, ich bin wieder „ich selbst“ und fast noch aktiver als je zuvor. Ich habe irgendwie erkannt, dass ich vielleicht wohl ewig mit dem Virus leben muss und versuche einfach, das Beste draus zu machen. Das hat mir die Krankheit wohl gelehrt !

Nach 40 Jahren hat sich wohl mein Körper an den Virus gewöhnt und er an mich. Es ist vielleicht nicht die richtige Einstellung, aber was soll ich tun ? Ich habe eine Kombi-Therapie ausprobiert, mir hat sie nichts gebracht. Trotzdem würde ich sie immer wieder als Erstes ausprobieren, wenn man mir sie anrät.

Ich verdränge meine Krankheit nicht, sondern versuche einfach, mit ihr zu leben, indem ich immer was dafür tue, sie unter Kontrolle zu behalten !

 

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