Ully - es ist, wie es ist....., Oktober 2005
Hallo liebe suchenden !
Auch ich bin vor etlicher zeit hier im forum gelandet und habe immer mal wieder reingesehen. Ich finde es gut,dass es diese seite gibt und es zeigt auf, wie individuell die erfahrungen mit krankheit, verlauf, therapie oder umgang sind. Nun füge ich mich auch ein , da ich denke einen sinnvollen beitrag leisten zu können.
Hier erstmal die daten zu mir: Weiblich, 40 jahre, mutter von zwei söhnen ( 16 , 10 jahre), verheiratet, berufstätig. Seit ca.20 jahren erhöhte leberwerte, allerdings im relativ niedrigen bereich got und gpt immer so um das zwei-dreifache erhöht. Seit ca.8 jahren eine diagnostizierung von hepatitis c , genotyp 3
Damals kam für mich keine schulmedizinische therapie in frage. Meine kinder waren zu klein und die therapie versprach schlechte „erfolge“. 9 jahre versuchte ich alles was es an alternativen methoden gibt. immer mit dem ersten ziel den virus loszuwerden, mit dem zweiten ziel meine leber zu schützen. Das war mein weg und ich hatte einen hausarzt, der zwar ein auge auf mich hatte, mich jedoch gewähren ließ. er immer mit dem hinweis, dass es keine „heilung“ gibt, sondern ich gut und gesund leben soll. Also, ich begann meine ernährung zu verbessern. Viel frisches obst und gemüse, kein schweinefleisch, kein alkohol, keine zigaretten(das hatte ich schon länger aufgehört), viel wasser (reines). Ich begann mit einer kinesiologischen behandlung, die mich vor allem seelisch weiter gebracht hat. das machte ich ca.2 jahre auch mit entsprechenden entgiftenden medikamenten, war sicher auch gut. Als sich die werte nicht änderten wollte ich einfach weiter. Das hat mich immer wieder angetrieben und ein heilpraktiker sagte mal: nach 1 jahr sollte irgendeine veränderung eintreffen, sonst ist es nicht das richtige.
Während dieser zeit hatte ich meine erste leberpunktion. bei einem ganz schrecklichen gastroenterologen. ambulant wurde das gemacht . technisch war er sehr gut. er hat mich menschlich total eingeschüchtert und mir einfach angst gemacht. als ich ihn danach fragte wie er zu einer thailandreise steht war es ganz vorbei. Ich glaube er hielt mich für total blauäugig, nur war ich in indien , china und vielen anderen ländern mit der hepatitis , bevor ich das wusste. Also verließ ich mich auf mein gefühl. Dann bin ich zu tibetischen ärzten. 2-3 jahre lang. dort machte ich die erfahrung der regelmässigen und zeitgenauen einnahme bitterster kräuterkugeln. Die hatte ich dann auch in thailand dabei und ich hatte zumindest keine durchfälle oder so.
Ich hätte schon damals eine interferontherapie machen sollen, doch das schlechte erlebnis mit dem arzt und die informationen aus dem internet gaben mir nicht das gefühl, dass es das richtige für mich ist.
Dann war ich bei einer heilpraktikerin , die bekam ich empfohlen als gute heilerin .ich war offen, jedoch war dies meine einzigste wirklich negative erfahrung . ich machte 6 wochen eine total fettfreie ernährung, die auf ganz wenig produkten bestand. sinn war entgiftung . ich bin schlank und magerte ziemlich ab. nach 6 wochen schmiß ich das ganze heftigst und feierte für meine verhältnisse eine sehr ausgelassene party. Eigentlich war das doppelt schlecht(erst das eine extrem und dann eine relativ exzessive nacht). meine treuen freunde und meine liebe familie war froh als dieser spuk vorbei war. Nach den tibetern, bat ich meinen hausarzt um eine misteltherapie. da gibt es auch studien von verschiedenen kliniken. Ich spritzte ca. 2 jahre 3 mal wöchentlich , pünktlich morgens. in dieser zeit kam ich wirklich gut über den winter, keine starken grippalen infekte, kein hohes fieber. Insgesamt gönnte ich mir mehr ruhe. Die leberwerte berührte das nicht. keine reaktion, nicht einmal eine verschlechterung, was zu anfang gar nicht schlimm gewesen wäre. Letztes jahr machte mir mein betriebsarzt ziemlich stress und mich trieb das dazu, noch mal eine punktion machen zu lassen. Diesmal stationär. davor war ich in der klinik zur hepatitissprechstunde und dort wurde mir das (auch wegen der länge der erkrankung) nahegelegt. Die ergebnisse waren nicht gut und ich ging mit einer seite von fragen nochmal in die sprechstunde , um mir die ergebnisse genau erklären zu lassen. meine entzündung war stark und die fibrotisierung weiter fortgeschritten.Ich glaube dieses gespräch hat mich wirklich zu dieser therapie gebracht. das lag sicher auch an dem oberarzt, der genug geduld mit mir hatte. Mein persönlicher eindruck von mir und meiner umwelt war auch,daß ich doch oft sehr erschöpft war. Ich selbst hatte manchmal den eindruck als wäre mein kopf ein löchriger käse.ich denke das war so eine art unkonzentriertheit, aber ich selbst habe wirklich die vorstellung von löchern im hirn.klinkt komisch war aber sehr prägnant. Das habe ich damals niemandem erzählt. sicher verdrängt man auch ,dass das alles von der hepatitis stammen könnte. die symptome kommen so schleichend daher,daß sie sehr schlecht einzuordnen sind.so spürt man nicht tatsächlich,daß es einem schlechter geht. Ich habe eine enge beziehung zu mir und meinem körper und kann gut visualisieren und einfühlen und irgendwie war mir klar,daß ich nicht ewig warten kann und will.man kann mit dieser erkrankung sicher auch alt werden andere bekommen eine hepatitis und sterben ganz schnell. Lange damit zu leben mit einer ständigen entzündung im körper mit der ständigen auseinandersetzung mit viren körperlich wie geistig ist nicht einfach. Ich hatte das glück einen sehr netten und engagierten gastroenterologen zu finden,der offen und ehrlich mit mir und meinem mann die interfrontheraoie besprochen hat.
Das halbe jahr , das beim genotyp 2 und 3 erforderlich ist habe ich hinter mir. Im moment bin ich sehr glücklich.zumindest hat die therapie angeschlagen.seit über 20 jahren habe ich „normale leberwerte“ und virusfreiheit.in einem halben jahr kommt nochmals ein virustest. Laut schulmedizin ist das auf jeden fall ein fibroseschutz und somit auch ein schutz vor leberkrebs. Ich selbst sehe das so:erhöhte leberwerte zeigen an ,daß leberzellen kaputt gehen.vielleicht hält der körper durch , damit fertig zuwerden.vielleicht nicht. Es gibt im leben immer momente bei denen man sich für oder gegen etwas entscheidet.ich habe ein hartes halbes jahr hinter mir. meine familie, freunde, arbeitskollegen , ärzte haben mich bestens unterstützt. Herzlichen dank denen die für mich da waren und sind. Die therapie habe ich konsequent und genau durchgezogen.ich war fast die ganze zeit arbeiten, hatte aber auf der arbeit, wie zu hause viel puffer .
Die symptome waren vielfältig: extrem trockene schleimhäute (was ich durch noch mehr flüssigkeitsaufnahme ausglich) Daraus resultierten: durchfälle, scheidenpilze ,husten Nesselartige juckende hautausschläge , gewichtsverlust vor allem an bauch , gesäß und beinen. Nach der injektion ohrgeräusche , starke gliederschmerzen,schmerzhafte und unruhige beine, starkes kältegefühl. Ein extremes schwächegefühl, kraftlosigkeit. Damit kam ich am schlechtesten klar. Es ging trotzdem auszuhalten. ich habe einen starken willen und habe mich vorher bewusst für die therapie entschieden, außerdem wusste ich ,daß mein arzt den überblick behält, wenn es gar nicht mehr geht.
Mein gesamtzustand zu therapiebeginn war gut.ausgeruht und hochmotiviert. Jetzt nach ende der therapie ist mein zustand sehr gut.alle symptome sind fast komplett abgeklungen.das gewicht ist gestiegen. ich fühle mich wach und klar im körper und geist. energiegeladen und kraftvoll. Ich bin heilfroh diesen weg eingeschlagen zu haben und ich denke es war an der zeit der schulmedizin platz zu machen.vielleicht habe ich auch wieder ein positiveres verhältnis dazu. trotzdem war es für mich richtig und wichtig was ich vorher gemacht habe. ich begreife den menschen als ganzes und mein weg ist eben dieser.
Die interferontherapie ist aus meiner sicht das einzige was eventuell tatsächlich eine hepatitis c behandeln kann. eine zerstörte leber bringt weitaus mehr krankenhausaufenthalte und schulmedizinische maßnahmen mit sich. jede alternative medizin ist auch medizin. auch das sollte man sich klar machen. Mit den positiven wie negativen eigenschaften.
Die interferontherapie ist kein spaziergang. vor allem für eltern und berufstätige ist es eine extreme belastung. durch gute vorbereitung und hinzuziehen der mitmenschen ist es leichter durchzuhalten. Ein abbruch der therapie ist kein versagen. eine 100%ige einnahme der medikamente ist absolut erforderlich.
Es ist eine teure therapie, die von der kasse übernommen wird.
Ich habe sehr viel geld in die alternativen gesteckt. für mich ist das in ordnung. doch daher habe ich ein anderes verhältnis zu diesen dingen und gehe sehr bewußt damit um ,ob ich eine therapie anfange oder nicht.
Allen viel kraft und gutes gelingen
Ein halbes jahr später. juhuuu .es ist gut. Meine werte sind o.k. eine garantie gibt es nicht, aber es hat sich gelohnt. Mir geht es blendend. Habe das gefühl mindestens 10 jahre lebenszeit geschenkt bekommen zu haben. Meine freunde machen sich schon lustig über meine energie.
Danke
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